Say No!


No music today. Because those to whom the day is dedicated cannot hear it. Instead, I post another poem by a soldier of WWII.

 

Then There’s Only One Choice!

Dann Gibt Es Nur Eins!

By Wolfgang Borchert

English translation: William T. Hathaway

[ed. The original German text is appended to the English translation.]

(Swans – November 19, 2007)

You. Man at the machine in the factory. When they tell you tomorrow to stop making pots and pans and instead make helmets and machine guns, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Woman in the store, woman in the office. When they tell you tomorrow to fill grenades and mount telescopic sights on sniper rifles, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Factory owner. When they tell you tomorrow to make gunpowder instead of baby powder, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Researcher in the laboratory. When they tell you tomorrow to invent new ways to kill people, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Songwriter in your studio. When they tell you tomorrow not to sing love songs but hate songs, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Doctor in the clinic. When they tell you tomorrow to declare soldiers fit for combat, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Minister in the pulpit. When they tell you tomorrow to bless murder and sanctify war, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Captain of the freighter. When they tell you tomorrow to ship cannons and tanks instead of wheat, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Pilot of the plane. When they tell you tomorrow to drop bombs on cities, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Tailor in your shop. When they tell you tomorrow to make uniforms, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Judge in robes. When they tell you tomorrow to serve on a court-martial, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Railroad worker. When they tell you tomorrow to give the signal to send the troop and munitions trains, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Man in the country, man in the city. When they try to recruit you into the military, then there’s only one choice:
Say NO!

You. Mother in Normandy, mother in the Ukraine, you, mother in San Francisco and London, you, on the Yellow River and the Mississippi River, you, mother in Naples and Hamburg and Cairo and Oslo — mothers of all continents, mothers of the world, when they tell you tomorrow to raise children to be nurses for field hospitals and soldiers for new battles, then there’s only one choice:
Say NO! Mothers, say NO!

Because if you don’t say NO, if YOU don’t say no, mothers, then:

then:

In the noisy steamy dusty port cities the great ships will groan into silence and float like cadavers of drowned mammoths, slapping sluggishly against the lonely docks while algae, seaweed and mussels grow on the once roaring gleaming hulls that now lie decomposing in a watery cemetery stinking of squishy decayed fish.

the streetcars will become dull senseless glass-eyed beetles lying crudely dented and peeling next to skeletons of tangled wires and rusted tracks, behind dilapidated sheds with holes in the roofs, in desolate, cratered streets —

a mud-gray, porridge-thick, leaden stillness will roll over everything, devouring, growing spreading over schools and colleges and theaters, over sport fields and playgrounds, gruesome and greedy, unstoppable —

the juicy sun-ripened grapes will rot on their broken arbors, the green rice will wither on the parched earth, the potatoes will freeze in the abandoned fields, and the cows will raise their death-stiffened legs like upside-down milking stools towards heaven —

in the research centers new medicines discovered by great doctors will turn to fungus and mold —

in the kitchens, dining rooms and cellars, in the cold-storage lockers and warehouses, the last sacks of flour, the last jars of strawberries, pumpkins and cherry juice will spoil — the bread under the overturned tables and smashed plates will turn green, and the rancid butter will reek, the grain will lie limp as a fallen army in the fields next to rusting plows, and the smokestacks of the pounding factories will fall and smash and crumble to be covered with eternal grass —

then the last person, with lacerated bowels and polluted lungs, answerless and alone under a poisonous glaring sun and wobbling sky, will stagger back and forth between gaping mass graves and massive concrete idols of the deserted cities, the last person, scrawny, cursing, accusing, insane — and his terrible cry: WHY? will die unheard, fading across the plains, whispering through the shattered ruins, brushing against the rubble of churches and bunkers, sinking into pools of blood, the last answerless animal cry of the last human animal —

all this will happen, tomorrow, maybe tomorrow, maybe tonight, maybe tonight, if — if — if you don’t say NO.

Original German Poem

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren — sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransporter, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!

Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo — Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:

dann:

In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen—, tang— und muschelüberwest, den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben — die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen —

eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport— und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam —

der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken —

in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln —

in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen — das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln — zerbröckeln — zerbröckeln —

dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend — und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch —

all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn — wenn — wenn ihr nicht NEIN sagt.

· · · · · ·

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